Vitalpilze - wie viel Heilkraft steckt wirklich in den Pilzen?

Vital Mushrooms

Vitalpilze – wie viel Heilkraft steckt wirklich in den Pilzen?

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Shiitake, Reishi & Co. – Vitalpilze liegen voll im Trend! Kein Wunder, denn hinter diesen exotisch anmutenden Namen verbirgt sich die Heilkraft der Natur! Diese Ansicht vertritt zumindest die traditionelle chinesische Medizin bereits seit mehreren Jahrhunderten. Asiatische Vitalpilze werden mit vielfältigen Gesundheitsnutzen in Verbindung gebracht – mittlerweile auch in der westlichen Welt. Genau aus diesen Gründen wird die vermeintliche Heilwirkung dieser potenten Pilze zunehmend von Wissenschaftlern in der westlichen Welt näher beleuchtet.

 

Auch wenn abschließende klinische Studien noch ausstehen, um Wirkungen zweifelsfrei belegen zu können, bestehen schon jetzt viele interessante wissenschaftliche Erkenntnisse rund um Shiitake, Reishi und viele andere Vitalpilze. Lese jetzt mehr über die Welt der Vitalpilze und erfahre von interessanten Studienergebnissen, um Klarheit darüber zu erlangen, wie wertvoll Vitalpilze für deine Gesundheit sein können!

Vitalpilze – die Basics

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Sie wirken unscheinbar, aber sie stecken voller Nährstoff-Power – Vitalpilze. Während hierzulande Pilze hauptsächlich als reines Nahrungsmittel angesehen werden, wissen die Menschen in Fernost bereits seit Jahrtausenden um das Gesundheitspotenzial, das in Shiitake, Reishi & Co. schlummert. Wenngleich Heilpilze z. B. in Deutschland kein anerkanntes Arzneimittel darstellen und auch nicht mit gesundheitlichen Wirkungen ausgelobt werden dürfen, enthalten sie pharmakologisch sehr interessante Inhaltsstoffe – vor allem Polysaccharide und Triterpene! Im Folgenden findest du eine Kurzvorstellung der beliebtesten Vitalpilze.

Reishi – der „Pilz des ewigen Lebens“

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Beim „Pilz des ewigen Lebens“, wie der Reishi-Pilz auch genannt wird, handelt es sich um einen der populärsten Vitalpilze mit einer unfassbaren Vielfalt an bioaktiven Substanzen (u. a. zahlreiche Triterperne und Polysaccharide). Der ursprünglich aus Japan stammende Pilz zählt nicht zu den Speisepilzen. Der Reishi (Ganoderma lucidum) wird in Asien seit Jahrtausenden als traditionelles Heilmittel eingesetzt, da er einen hohen Gehalt an Triterpenen und Beta-Glucanen enthält. Aus diesen Gründen wird der „Ling Zhi“, wie der Reishi in der chinesischen Volksmedizin genannt wird, unter anderem dazu genutzt, um die Leber zu schützen, allgemeine Entzündungen und Allergien zu lindern oder auch Krebserkrankungen zu behandeln. Auch gegen Diabetes, Magen-Darm-Erkrankungen und Demenz wird der Pilz des ewigen Lebens eingesetzt.

Reishi_Blog

Shiitake – der „König der Pilze“

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Im Gegensatz zum Reishi-Pilz handelt es sich beim Shiitake (Lentinula edodes) um einen Speisepilz. Hinter dem allseits bekannten Champignon ist der Reishi-Pilz der zweitbeliebteste Speisepilz auf dem Weltmarkt.

Der „König der Pilze“, wie der Shiitake auch bezeichnet wird, stammt ursprünglich aus den Wäldern Chinas und Japans. Als Heilpilz enthält der Shiitake den pharmakologisch besonders interessanten Inhaltsstoff Lentinan, bei dem es sich um ein Polysaccharid handelt. Dieser potente Inhaltsstoff könnte vor allem für dein Immunsystem eine interessante Rolle spielen und wird zudem in der Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt. Mehr zu diesem Thema erfährst du im weiteren Textverlauf unter „Welchen gesundheitlichen Nutzen versprechen Vitalpilze?“.

Außerdem überzeugt der Shiitake-Pilz durch einen besonders hohen Nährstoffgehalt mit hohen Konzentrationen an Mineralstoffen wie Kalium, Kalzium, Eisen, Zink, Phosphor, Silizium und zahlreichen Vitaminen.

Shiitake

Maitake – Pilz bei Diabetes?

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Dieser Pilz ist eine Art Adaptogen. Adaptogene unterstützen den Körper im Kampf gegen jede Art von geistigen oder körperlichen Schwierigkeiten. Sie arbeiten auch daran, unausgeglichene Körpersysteme zu regulieren. Während dieser Pilz allein in Geschmacksrezepten verwendet werden kann, gilt er als Heilpilz.

Der Pilz wächst wild in Teilen Japans, Chinas und Nordamerikas. Es wächst am Boden von Eichen-, Ulmen- und Ahornbäumen. Es kann zu Hause kultiviert und sogar angebaut werden, obwohl es normalerweise nicht so gut wächst wie in freier Wildbahn. Normalerweise finden Sie den Pilz in den Herbstmonaten.

Obwohl Maitake-Pilze in Japan und China seit Tausenden von Jahren verwendet werden, hat er in den letzten zwanzig Jahren nur in den Vereinigten Staaten an Popularität gewonnen. Die Menschen loben diesen Pilz für seine Versprechen von Gesundheit, Vitalität und Langlebigkeit.

Typ 2 Diabetes

Die Ergebnisse einer Studie aus 2015 (10) zeigten, dass Maitake-Pilze sich positiv auf Typ-2-Diabetes auswirken können. Während der Studie wirkte sich der Verzehr von Maitake-Pilzen positiv auf den Glukosespiegel von Ratten aus. Dies weist auf das Potenzial des Pilzes hin, Typ-2-Diabetes beim Menschen zu behandeln.

Maitake

Löwenmähne – oder auch „Affenkopfpilz“

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Hericium erinaceus – so lautet die wissenschaftliche Bezeichnung des Igelstachelbart. Dieser Pilz wird auch als Löwenmähne bezeichnet, da seine stachelige Struktur an eben solche erinnert.

Als begehrter Speisepilz taucht er vor allem in Asien regelmäßig auf den Tellern der dortigen Bevölkerung auf. Der Igelstachelbart ist in vielen Regionen der nördlichen Hemisphäre anzutreffen.

Hericium

Mykotherapie – Pilzheilkunde oder die Heilkraft der Natur

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Ein zentraler Begriff im Zusammenhang mit Vitalpilzen ist die Mykotherapie. Hierbei handelt es sich um die therapeutische Anwendung von Pilzen, die deshalb auch als Vitalpilze oder Heilpilze bekannt sind.

 

Die Bezeichnung „Mykotherapie“ leitet sich aus dem Begriff der „Mykologie“ ab, womit die Pilz-Wissenschaft bezeichnet wird. Die Mykotherapie entstammt der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), die als eines der ältesten Naturheilverfahren der Welt bekannt ist. Hier wird die Mykotherapie bereits seit mehreren Jahrhunderten mit dem Ziel eingesetzt, körpereigene Prozesse zu stärken und zu unterstützen, um so zum Wohle der Gesundheit beizutragen. Die Mykotherapie wird sowohl als begleitende Therapie bei bestehenden Erkrankungen, aber auch zur Prävention eingesetzt.

Welchen gesundheitlichen Nutzen versprechen nun Vitalpilze?

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Vitalpilze enthalten wertvolle Inhaltsstoffe, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken können. Diese Funktionalität ist vor allem Polysacchariden (z. B. Beta Glukane) und Triterpenen zu verdanken. Es bestehen Hinweise aus wissenschaftlichen Studien, dass Triterpene entzündungshemmende Eigenschaften aufweisen und immunstärkend wirken können. (1)

 

Vor allem der Reishi enthält eine Vielzahl an Polysacchariden und Triterpenen. Vor allem im Zusammenhang mit Krebserkrankungen ist der Reishi-Pilz immer wieder Gegenstand von wissenschaftlichen Studien. Es bestehen vielversprechende Hinweise aus Labor-Studien, in denen nachgewiesen werden konnte, dass der Reishi (Ganoderma lucidum) Inhaltsstoffe enthält, die eine potenzielle Antikrebs-Wirkung bieten – unter anderem in dem Krebszellen im Wachstum gehemmt und Immunzellen angeregt werden. (2, 3, 4)

 

Im Rahmen einer weiteren wissenschaftlichen Untersuchung an Patientinnen und Patienten mit Krebs im fortgeschrittenen Stadium konnte unter Anwendung von Ganopoly, einem Polysaccharid-Extrakt aus Reishi, die Immunfunktionen und damit die körpereigene Abwehrkraft verbessert werden. (5) Aufgrund dieser vielversprechenden Wirkungen wird Reishi unterstützend bei einigen Krebsbehandlungen angewendet – z. B. bei Lungenkrebs. (6)

 

Auch der Shiitake-Pilz enthält pharmakologisch interessante Inhaltsstoffe. Dies gilt vor allem für Lentinan. Von diesem Polysaccharid scheint nicht nur eine immunstimulierende Wirkung auszugehen (7), denn in Japan wird Lentinan auch zur Behandlung von Magenkrebs eingesetzt. (8) Positive Auswirkungen auf das Immunsystem zeigen sich auch in Untersuchungen an jungen Erwachsenen. (9)

 

Während Wirkstoffe aus Vitalpilzen in einigen Ländern (z. B. Japan und USA) bereits regelmäßig begleitend zur schulmedizinischen Therapie eingesetzt werden, agiert man in Europa noch zögerlicher. Aber auch in Deutschland setzen Mediziner z. B. bei Krebserkrankungen auf eine Kombination aus Schulmedizin sowie einer begleitenden Therapie mit Vitalpilzen.

Fazit: Vitalpilze stecken voller wertvoller Inhaltsstoffe

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Vitalpilze oder Heilpilze spielen nicht nur in der traditionellen chinesischen Medizin eine wichtige Rolle. Vielmehr werden Reishi, Shiitake und Co. auch zunehmend in der Schulmedizin eingesetzt. Sie bieten eine hohe Nährstoffdichte und sind reich an sekundären Pflanzenstoffen wie Polysacchariden und Triterpenen.

Vor allem diese Inhaltsstoffe sind es, weshalb Vitalpilze auch als Heilpilze bezeichnet werden. In zahlreichen Studien konnten interessante Hinweise gefunden werden, dass vor allem aufgrund dieser Inhaltsstoffe viel gesundheitlicher Nutzen in ihnen steckt. Vor allem in Verbindung mit Krebserkrankungen scheinen Vitalpilze zur unterstützenden Behandlung geeignet zu sein, weshalb Reishi & Shiitake in Asien und in den USA zur begleitenden Krebstherapie zugelassen sind.

Aber auch das menschliche Immunsystem könnte von den Wirkstoffen der Vitalpilze profitieren. Es bleibt abzuwarten, ob und wann klinische Studien den Heilpilzen zum absoluten Durchbruch verhelfen können. In Deutschland sind Vitalpilze deshalb bisher nicht als Arzneimittel anerkannt und dürfen auch nicht mit gesundheitlichen Wirkungen ausgelobt werden.

Quellen

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1)      José-Luis Ríos, NCBI, „Effects of triterpenes on the immune system“, unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20079412/, letzter Zugriff am 22.05.2021

2)      Didem SohretogluShile Huang, NCBI, „Ganoderma lucidum Polysaccharides as An Anti-cancer Agent“, unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29141563/, letzter Zugriff am 22.05.2021

3)      Ahmet UnluErdinc NayirOnder KircaMustafa Ozdogan, NCBI, „Ganoderma Lucidum (Reishi Mushroom) and cancer“, unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27685898/, letzter Zugriff am 22.05.2021

4)      Xingzhong JinJulieta Ruiz BeguerieDaniel Man-Yeun SzeGodfrey C F Chan, NCBI, „ Ganoderma lucidum (Reishi mushroom) for cancer treatment“, unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27045603/, letzter Zugriff am 22.05.2021

5)      Yihuai GaoShufeng ZhouWenqi JiangMin HuangXihu Dai, „Effects of ganopoly (a Ganoderma lucidum polysaccharide extract) on the immune functions in advanced-stage cancer patients“, unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12916709/, letzter Zugriff am 22.05.2021

6)      Li-Xin SunWei-Dong LiZhi-Bin LinXin-Suo DuanXue-Fei LiNing YangTian-Fei LanMin LiYu SunMin YuJie Lu, NCBI, „Protection against lung cancer patient plasma-induced lymphocyte suppression by Ganoderma lucidum polysaccharides“, unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24525691/

7)      P S BisenR K BaghelB S SanodiyaG S ThakurG B K S Prasad, NCBI, „ Lentinus edodes: a macrofungus with pharmacological activities“, unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20491636/, letzter Zugriff am 22.05.2021

8)      Kenji InaTakae KataokaTakafumi Ando, NCBI, „The use of lentinan for treating gastric cancer“, unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23092289/, letzter Zugriff am 22.05.2021

9)      Xiaoshuang DaiJoy M StanilkaCheryl A RoweElizabethe A EstevesCarmelo Nieves JrSamuel J SpaiserMary C ChristmanBobbi Langkamp-HenkenSusan S Percival, NCBI, „Consuming Lentinula edodes (Shiitake) Mushrooms Daily Improves Human Immunity: A Randomized Dietary Intervention in Healthy Young Adults“, unter https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25866155/, letzter Zugriff am 22.05.2021

10)  Untergetauchte Kulturmycelien und Brühe des Maitake-Heilpilzes Grifola frondosa (höhere Basidiomyceten) lindern Typ-2-Diabetes-induzierte Veränderungen der immunzytischen Funktion